Ukrainische Erinnerungswoche

In Deutschland ist die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bis heute stark von sowjetischen Narrativen geprägt. Die Perspektiven der Ukraine bleiben oft unsichtbar – obwohl Millionen Ukrainer:innen Opfer von Krieg, Besatzung und Gewalt wurden.

Das wollen wir ändern.

Seit 2022 machen wir auf eine einfache Realität aufmerksam: Berlin hat keinen anerkannten Gedenkort für die ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Deshalb schaffen wir Formen des Erinnerns, welche diese Lücke sichtbar machen.

2022 haben wir eine temporäre Gedenkinstallation nahe der Sophiensæle umgesetzt – einem Ort, der mit Zwangsarbeit im Nationalsozialismus verbunden ist. Viele der dort ausgebeuteten Menschen kamen aus der Ukraine. Bis heute gibt es dort keine Gedenktafel.
Die Installation lud dazu ein, Blumen niederzulegen und damit die Abwesenheit von Erinnerung sichtbar zu machen.

2023 haben wir bewusst keine Aktionen an sowjetischen Denkmälern organisiert. Diese Orte vermitteln eine einseitige Geschichtserzählung und spiegeln nicht die Vielfältigkeit ukrainischer Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg wider.
Gleichzeitig gingen wir juristisch dagegen vor, dass das Tragen ukrainischer Flaggen dort untersagt wurde.

Denn: Auch wenn diese Denkmäler aus unserer Sicht problematisch sind – das Verbot ukrainischer Symbole negiert die Rolle und das Leid der Ukrainerinnen und Ukrainer im Zweiten Weltkrieg.

2024 haben wir einen Gedenkmarsch organisiert – mit der Forderung nach einem offiziellen Erinnerungsort für die Ukraine in Deutschland.

2025 gingen wir wieder auf die Straße.

2026 folgt der nächste Schritt.

Im Mai startet die Ukrainische Erinnerungswoche in Berlin
fünf Tage voller Diskussionen, Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen.

Gemeinsam mit Historiker:innen, Künstler:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen schaffen wir Raum für eine Perspektive, die oft fehlt: Die Betrachtung der ukrainischen Geschichte als eigene Geschichte. 

Wir laden euch herzlich ein, mit euren Veranstaltungen Teil davon zu werden. Nehmt an unserem Open Call für das Event teil: https://forms.gle/2PNrv3EL7tM5DLH28 

Erinnerung ist nicht nur Vergangenheit.
Sie schafft die Grundlage für Gerechtigkeit in der Gegenwart.

4.–8. Mai 2026 · Berlin
Das Programm folgt in Kürze.