Erinnern an Zwangsarbeit

Erinnern an Zwangsarbeit

Pamięć o pracy przymusowejMemory of Forced LaborПам’ять про примусову працю

Ukraine und Polen im Nationalsozialismus

Ein multiperspektivisches Bildungs- und Kunstprojekt über die Erfahrungen ukrainischer und polnischer Zwangsarbeiter:innen im Zweiten Weltkrieg.

Über das Projekt

Zwischen 1939 und 1945 verschleppte das Deutsche Reich über 2,4 Millionen Menschen aus der Ukraine und rund 1,7 Millionen aus Polen zur Zwangsarbeit. Ein Aufnäher auf der Kleidung machte sie im Straßenbild kenntlich: OST für die einen, P für die anderen.

Zwei Passbilder eines Mannes; auf der Brust das aufgenaehte Abzeichen mit der Aufschrift OST.

Archiv der NGO After Silence

In der deutschen Erinnerungskultur bleiben ihre Geschichten bis heute unscharf. Sammelbegriffe wie »sowjetische Opfer« haben die ukrainische und die polnische Erfahrung überdeckt; in Lehrplänen und in der Öffentlichkeit kommen sie kaum vor.

Das Projekt stellt diese Biografien in den Mittelpunkt — mit Archivarbeit, Zeugnissen von Nachkommen, Forumtheater und frei zugänglichen digitalen Materialien.

Multiperspektivität

Ukrainische und polnische Perspektiven werden Teil deutscher Bildungsprogramme an Universitäten, Schulen und Gedenkstätten.

Junge Menschen

Forumtheater, Archivwerkstätten, Museumslabore und Podcasts: Teilnehmende arbeiten selbst mit den Quellen.

Offener Zugang

Digitale Plattform, Podcast-Reihe und Dokumentarfilm bleiben nach Projektende mindestens fünf Jahre frei verfügbar.

Residenz »Gäste aus der Fremde«

noch bis 8. Oktober
Handgedrucktes Plakat zum Open Call auf Leinen: der Schriftzug OPEN CALL neben einem Archivfoto einer Menschenmenge, gedruckt als blaue Raute und oranges Quadrat.

Archivfoto: Bundesarchiv, Bild 183-J10842,
Foto: Kurasch, Juli 1940

Sechs Tage Arbeit mit Archivquellen und privaten Briefen. Gemeinsam mit Facilitator:innen und einem Joker entwickeln die Teilnehmenden kurze Performances nach der Methode des Forumtheaters und zeigen sie öffentlich.

Gesucht sind interdisziplinäre Künstler:innen, Schauspieler:innen, Forschende und Aktivist:innen, die zu Erinnerung, Kultur und Menschenrechten arbeiten.

Zeitraum
12.–18. November 2026
Aufführung
17. November 2026, Atelierhaus Gelsenkirchen
Kuratorin
Eva Yakubovska
Plätze
Sechs — je zwei aus der Ukraine, Polen und Deutschland
Konditionen
Unterkunft, Verpflegung und Reisekosten werden übernommen

Fragen zur Bewerbung: info@vitsche.org

Aus den Archiven

Briefe nach Hause, Passbilder, Fotos aus privaten Alben: Mit diesen Quellen arbeiten die Residenz, die Seminare und der Film.

Antwortpostkarte an das Ostarbeiterlager Berlin-Zehlendorf mit einem handschriftlichen Brief auf Ukrainisch und dem Foto einer jungen Frau.
Arolsen Archives, 7.2.1.1
Eine lange Kolonne von Frauen, Kindern und Maennern mit Buendeln und Handkarren auf einer Landstrasse.
Forschungsarchiv Tetiana Pastushenko
Gruppenfoto junger Frauen vor Holzhaeusern, aufgenommen im Deutschen Reich.
Archiv der NGO After Silence

Zeitplan

Herbst 2026
Theaterresidenz in Gelsenkirchen, biografische Dreharbeiten, Seminare für Studierende am Pilecki-Institut Berlin.
Winter–Frühjahr 2027
Postproduktion des Dokumentarfilms, Vorbereitung der Memory Week in Berlin mit Sophiensæle und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.
Sommer–Herbst 2027
Forschungswochenende im Museum Zwangsarbeit in Weimar, Aufnahme der Podcast-Reihe, Aufbau der digitalen Plattform.
Frühjahr–Sommer 2028
Öffentlicher Launch der digitalen Produkte, Auswertung und Distribution.

Team

Dr. Ganna Skytova
Dr. Ganna Skytova, PhDProjektleiteringanna.skytova@vitsche.org
Eva Yakubovska
Eva YakubovskaKuratorin der Residenz
Kateryna Tarabukina
Kateryna TarabukinaKuratorin
Mariia Krychevska
Mariia KrychevskaProjektkoordinatorin
Vladyslava Vorobiova
Vladyslava VorobiovaPR- und Kommunikationsmanagerin

Partner

Projektträger
Vitsche e.V.Pilecki-Institut Berlin
In Kooperation mit
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Stiftung Brandenburgische GedenkstättenMuseum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, WeimarSophiensæleInstitut für Stadtgeschichte GelsenkirchenNGO Sklad 2.0NGO After Silence / ГО «Після тиші»

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.

Ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht. Gefördert durch das Bundesministerium der Finanzen und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Laufzeit 01.08.2026 – 30.06.2028