Ukrainische Kinder unter russischer Besatzung und Zivilpersonen in Gefangenschaft können nicht auf Frieden warten.
Die Freilassung gefangener Zivilpersonen und verschleppter Kinder muss vor jedem Friedensabkommen geschehen – nicht als Verhandlungsmasse und nicht aufgeschoben.

Seit 2014 hält russland ukrainisches Staatsgebiet besetzt und hat die Krim annektiert, 2022 begann die großangelegte Invasion. Große Teile des Ostens und Südens der Ukraine sind bis heute besetzt.
Über die massive Zerstörung hinaus trifft die Besatzung vor allem die Menschen, die unter ihr leben: durch erzwungene Passportisierung, Enteignung, die Militarisierung junger Menschen und die Verhaftung Tausender Zivilpersonen.
Kinder deportiert oder zwangsweise verbracht.
Zivilpersonen unrechtmäßig inhaftiert, nur rund 1.500 bisher freigelassen. 85 % von ihnen berichten von Folter.
Kinder aus den besetzten Gebieten sind Mitglieder der Junarmija.
Immobilien seit 2024 in den besetzten Gebieten beschlagnahmt.
registrierte Fälle von Verschwindenlassen.
Kinder unter 18 Jahren leben unter Besatzung.
Keine der Beobachtungsstellen hat physischen Zugang zu den besetzten Gebieten. Jede Zahl ist ein belegter Mindestwert. Quelle: Expert:innenmission des Moskauer Mechanismus der OSZE, Juli 2026.
Kinder werden in russische Schulen, Umerziehungslager und militärisch-patriotische Organisationen gebracht, wo ihre ukrainische Identität unterdrückt und durch russische Ideologie ersetzt wird. Neben der Indoktrinierung im regulären russischen Schulsystem wurden ukrainische Kinder in mindestens 210 bekannte Einrichtungen gebracht, darunter Sommerlager, Sanatorien und militärische Übungsplätze.
Waisen und Kinder mit ungeklärtem Sorgerecht wurden in russische Familien gegeben, was ihre Rückkehr immer schwieriger macht. Auf der besetzten Krim stieg die Zahl der Kadettenklassen von 3 im Jahr 2015 auf 306 im Jahr 2025.
Aktivist:innen, Beamt:innen, Journalist:innen, Geistliche und Angehörige ukrainischer Soldat:innen sind von Festnahme und Verfolgung bedroht. Eine Festnahme kann inoffizielle Haft, Folter oder Verschwindenlassen bedeuten, und die Familien bleiben ohne Informationen.
Für Kriegsgefangene gibt es einen Schutzstatus und Austauschmechanismen. Zivile Geiseln haben keinen vergleichbaren Status, keinen eigenen Freilassungsmechanismus und laufen Gefahr, dauerhaft von jedem Austausch ausgeschlossen zu bleiben.
nicht verhandelbar
danach verhandelbar
In den aktuellen Diskussionen über Friedensgespräche behandelt russland dies als Verhandlungsmasse. Das Völkerrecht ist jedoch eindeutig: Kinder dürfen niemals Teil von Austauschverfahren für Kriegsgefangene werden, und ihre Freilassung darf nicht verhandelbar sein. Der Internationale Strafgerichtshof hat wegen der rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder Haftbefehle gegen Wladimir Putin und Maria Lwowa-Belowa erlassen.
Verbrechen nach dem Weltrechtsprinzip verfolgen und internationale Entschädigungsmechanismen unterstützen.
Sanktionen gegen diejenigen verhängen, die die Besatzungspolitik umsetzen, nicht nur gegen die Führungsebene.
Internationale Bemühungen um die Rückkehr verschleppter Kinder und die Freilassung von Zivilpersonen koordinieren und zugleich die Unterstützung nach ihrer Rückkehr vorbereiten.
Russische Dokumente aus der Besatzungszeit nicht anerkennen und Ukrainer:innen vor russischem Druck und Geheimdienstaktivitäten schützen.
Release Before Peace ist eine Kampagne von Vitsche e.V. mit Terre des Hommes und Razom. Vitsche ist eine ukrainisch geführte zivilgesellschaftliche Organisation mit Sitz in Berlin.
Wir vermitteln Journalist:innen Kontakte zu Betroffenen und Expert:innen und stellen Hintergrundinformationen und weiteres Material bereit.
Pressekontakt: Vladyslava Vorobiova
vladyslava.vorobiova@vitsche.org
Sie können nicht auf Frieden warten.
Jeder Tag des Aufschubs macht die Rückkehr schwerer.
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