Ukrainische Erinnerungswoche

Ukrainische Erinnerungswoche — 4.–9. Mai 2026 · Berlin
Ukrainische ERINNERUNGSWOCHE
4.–9. Mai 2026
Berlin
Diskussionen, Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen für eine Perspektive, die oft fehlt.
Über das Projekt
Ukrainische Erinnerungswoche
In Deutschland ist die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bis heute stark von sowjetischen Narrativen geprägt. Die Perspektiven der Ukraine bleiben oft unsichtbar — obwohl Millionen Ukrainer:innen Opfer von Krieg, Besatzung und Gewalt wurden.
Das wollen wir ändern.
Berlin hat keinen anerkannten Gedenkort für die ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Deshalb schaffen wir Formen des Erinnerns, welche diese Lücke sichtbar machen.
Gemeinsam mit Historiker:innen, Künstler:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen schaffen wir Raum für die Betrachtung der ukrainischen Geschichte als eigene Geschichte.
Seit 2022
2022
Temporäre Gedenkinstallation nahe der Sophiensæle
2023
Juristische Schritte gegen das Flaggenverbot an sowjetischen Denkmälern
2024
Gedenkmarsch — Forderung nach offiziellem Erinnerungsort
2025
Erneut auf die Straße
2026
Ukrainische Erinnerungswoche — 4.–9. Mai, Berlin
Erinnerung ist nicht nur Vergangenheit. Sie schafft die Grundlage für Gerechtigkeit in der Gegenwart.
Veranstaltungen
Programm — 4.–9. Mai 2026
30.
April
DE
Buchpräsentation und Diskussion „Erinnern, was fehlt: Ukrainische Geschichten im deutschen Gedächtnis"
18:30 UhrBuchhandlung Literatura bez cukruPre-WocheAnmeldung erforderlich
Zeit: 18:15 Uhr Einlass, 18:30 Uhr Beginn · Ort: Buchhandlung „Literatura bez cukru", Großbeerenstr. 83, 10963 Berlin

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Über die Veranstaltung: Vorstellung des Bandes „Ukrainische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück – Stimmen der Gefangenen" (Toronto, 2024), gefolgt von einer Diskussion darüber, warum ukrainische NS-Opfer in der deutschen Erinnerungskultur weitgehend unsichtbar bleiben.

Programm:
  • Buchvorstellung durch Iryna Orysia Marciuk (Tochter der Ravensbrück-Überlebenden Lidiia Ukarma-Marciuk)
  • Persönliche Geschichte: Oksana Marciuk berichtet über das Leben ihrer Mutter Lidiia
  • Podiumsdiskussion mit Iryna Orysia Marciuk, Oksana Marciuk und Dr. Uta Gerlant (Osteuropahistorikerin) über die Pluralisierung deutscher Erinnerungskultur
Zentrale Fragen: Warum wurden ukrainische NS-Opfer unter „sowjetischen" Narrativen subsumiert? Wie können Gedenkstätten, Schulen und Bildungsarbeit marginalisierte Perspektiven integrieren?

Das Buch ist während der Veranstaltung erhältlich.

Teil des Projekts „Stadtgeschichte schreiben" und der Ukrainischen Erinnerungswoche.
Speakers
Iryna Orysia Marciuk
Tochter der Ravensbrück-Überlebenden Lidiia Ukarma-Marciuk
Oksana Marciuk
Familienzeugnis
Dr. Uta Gerlant
Osteuropahistorikerin
Oleksandra Bienert (Moderation)
CineMova Ukrainian Empowerment Network e.V.
4.–8.
Mai
DE/EN/UA
Ukraine Museum im Berlin Story Bunker
Täglich 10:00–19:00 UhrBerlin Story BunkerTicketverkauf vor Ort
Über die Veranstaltung: An einem Ort mit tiefgreifender historischer Bedeutung dokumentiert das Ukraine Museum die Realität des russischen Angriffskrieges. In den massiven Mauern des ehemaligen NS-Luftschutzbunkers werden die ungeschönten Fakten der aktuellen Aggression gezeigt.

Programm: Besuch der Museumsausstellung zur Dokumentation des russischen Angriffskrieges. Das Museum fungiert als „Lagezentrum der Gegenwart" und füllt eine Lücke in der internationalen Wahrnehmung des Krieges.

Zentrale Fragen: Wie lässt sich die aktuelle Aggression gegen die Ukraine dokumentieren und einordnen? Welche Bedeutung hat dieser Ort im Herzen der deutschen Hauptstadt für die internationale Wahrnehmung des Krieges?

Eintritt: Kostenpflichtig, Ticketverkauf vor Ort

Teil der Ukrainischen Erinnerungswoche.
Zur Website des Berlin Story Bunker →
4.
Mai
EN
Vortrag und Kurator*innengespräch „What We Talk About When We Talk About Crimea"
16:00 Uhr · 90 Min.OnlineAnmeldung erforderlich
Über die Veranstaltung: Am 18. Mai 1944 wurden über 190.000 Krimtataren von der Sowjetunion gewaltsam aus ihrer Heimat deportiert – ein Akt ethnischer Säuberung als Teil der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. Dieser Abend bringt diese Erinnerung ins Zentrum und zieht eine ununterbrochene Linie bis in die Gegenwart: von der Deportation 1944 über die kurze Rückkehr nach der ukrainischen Unabhängigkeit bis zur russischen Besatzung 2014 und der anhaltenden Verfolgung krimtatarischer Aktivist*innen heute.

Programm:
  • Vortrag zur Deportation der Krimtataren 1944 und ihrer fortgesetzten Verfolgung
  • Kurator*innengespräch mit Kateryna Semenyuk, Oksana Dovgopolova und Alim Aliev
  • Eröffnungsrede der Leiterin des Ukrainischen Instituts in Deutschland – Kateryna Rietz-Rakul
  • Präsentation von Werken aus der Ausstellung „What We Talk About When We Talk About Crimea" (aktuell im Ujazdowski Castle Centre for Contemporary Art, Warschau, bis 28. Juni 2026)
Zentrale Fragen: Was passiert, wenn ein Verbrechen gegen das Gedächtnis unvollendet bleibt? Wie reflektieren ukrainische und krimtatarische Künstler*innen die Krim als Raum der Erinnerung, Identität und des Verlusts nach der russischen Besatzung 2014?

Die Ausstellung versammelt ukrainische Künstler*innen, insbesondere Krimtataren, die sich mit der Krim als Ort der Erinnerung, Identität und des Verlusts nach der russischen Besetzung im Jahr 2014 auseinandersetzen und persönliche Zeugnisse von Heimat, Exil, Schmerz, Widerstand und Hoffnung liefern.

In Kooperation mit dem Ukrainischen Institut in Deutschland.
Eröffnungsrede
Kateryna Rietz-Rakul
Leiterin Ukrainisches Institut in Deutschland
Speakers
Kateryna Semenyuk
Kuratorin
Oksana Dovgopolova
Wissenschaftlerin
Alim Aliev
Aktivist
Moderation
Yelizaveta Mamon
Vitsche e.V.
4.
Mai
DE/UA
Podiumsdiskussion „Erinnern im Krieg – Erinnerung im Wandel"
18:00 UhrDok. Flucht, Vertreibung, VersöhnungAnmeldung erforderlich
Zeit: 17:30 Uhr Einlass | 18:00 Uhr Beginn
Ort: Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin
Sprache: Deutsch und Ukrainisch mit Simultanübersetzung

Jetzt anmelden →

Über die Veranstaltung: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verändert nicht nur die Sicherheitsarchitektur Europas, sondern wirkt tief in das kollektive Gedächtnis unseres Kontinents hinein. Inmitten existenzieller Bedrohung vollzieht sich in der Ukraine ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Geschichte interpretiert, bewahrt und für die nationale Identität genutzt wird.

Programm:
  • Begrüßung: Dr. Silke Krohn (Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung), Dr. Kristiane Janeke (Bundesvorstand Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge), Dr. Kateryna Rietz-Rakul (Direktorin Ukrainisches Institut in Deutschland)
  • Keynote: Robin Wagener (Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe)
  • Podiumsdiskussion: Dr. Franziska Davies (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung), Yurii Savchuk (Generaldirektor des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg, Kyjiw), Dr. Jörg Morré (Direktor Museum Berlin-Karlshorst), Yevheniia Moliar (Kunsthistorikerin, TU Berlin)
Zentrale Fragen: Wie löst sich die ukrainische Erinnerungskultur von sowjetischen Narrativen? Welche Gedenkinitiativen entstehen vor Ort? Wie kann ein gemeinsames europäisches Erinnern in Zeiten eines aktiven Krieges aussehen?

Eine Kooperation von Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Ukrainischem Institut in Deutschland und Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung.
Begrüßung
Dr. Silke Krohn
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Dr. Kristiane Janeke
Bundesvorstand Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Dr. Kateryna Rietz-Rakul
Direktorin Ukrainisches Institut in Deutschland
Keynote
Robin Wagener
Vorsitzender der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe
Speakers
Dr. Franziska Davies
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
Yurii Savchuk
Generaldirektor Nat. Museum Geschichte der Ukraine im 2. WK, Kyjiw
Dr. Jörg Morré
Direktor Museum Berlin-Karlshorst
Yevheniia Moliar
Kunsthistorikerin, TU Berlin
Moderation
Dominik Tomenendal
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
5.
Mai
DE/EN/UA
★ Offizielle Eröffnung der Ukrainischen Erinnerungswoche
16:00 UhrPilecki-Institut BerlinEröffnungAnmeldung erforderlich
Zeit: 16:00 Uhr Beginn
Ort: Pilecki-Institut Berlin
Sprache: Deutsch / Ukrainisch / Englisch

Anmeldung: Link folgt

Über die Veranstaltung: Die offizielle Eröffnung der Ukrainischen Erinnerungswoche mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Keynotes und Gespräche über ukrainische Perspektiven auf Erinnerungskultur und Dekolonisierung.

Im Anschluss: Empfang.
Grußworte
Oleksii Makeiev
Botschafter der Ukraine in Deutschland
Iryna Schulkina
CEO Vitsche e.V.
Input
Simon Schlegel
Leiter Ukraine-Programm, Zentrum Liberale Moderne
Mateusz Falkowski
Pilecki-Institut Berlin
Keynotes
Dr. Kai Struve
Historiker, LMU München — „Ukraine in der deutschen Erinnerungslandschaft: Warum das 20. Jahrhundert ohne ukrainische Perspektiven unvollständig bleibt"
Eva Yakubovska im Gespräch mit Anton Drobovych
Vitsche e.V. / Pilecki-Institut Berlin — Philosoph, ehem. Vorsitzender des Ukr. Instituts für Nationales Gedenken
5.
Mai
EN
Podiumsdiskussion „Unter Monumenten: Koloniales Erbe im Tiergarten"
18:00 UhrSowjetisches Ehrenmal, Tiergarten (Open Air)Keine Anmeldung · Freier Eintritt
Zeit: 18:00 Uhr Beginn
Ort: Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten, Berlin (unter freiem Himmel)
Sprache: Englisch

Anmeldung: Link folgt

Über die Veranstaltung: Diese offene Diskussion findet direkt vor Ort, unter freiem Himmel am sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten, statt. Dort, wo Geschichte materialisiert ist und wo Fragen nach Erinnerung, Macht und kolonialer Kontinuität im öffentlichen Raum sichtbar werden, führen wir den Dialog unmittelbar am Monument selbst.

Zentrale Fragen: Warum müssen sowjetische Denkmäler als koloniales Erbe verstanden werden? Wie löschen diese Monumente die Erinnerungen jener Nationen aus, die Teil der Sowjetunion waren? Kann und sollte man ihre Form ändern?
Speakers
Mariam Naiem
Autorin zu Dekolonisierung, Identität und Menschenrechten. Bestseller-Autorin in der Ukraine, Graphic Novel in elf Sprachen. Publiziert in NYT, Der Spiegel, Al Jazeera, Politico Europe.
Dr. Christoph Rauhut
Landeskonservator von Berlin — Expertise zur Denkmalpflege und zum Umgang mit schwierigem Erbe
Maksym Eristavi
Ukrainischer Autor, Journalist & kognitiver Stratege. Autor von „Russian Colonialism 101", Gründer von Volya Hub. maksymeristavi.com
Moderation
Eva Yakubovska
Pilecki-Institut Berlin / Vitsche e.V.
6.
Mai
DE/EN
Exklusive Führung — Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit
11:00–13:00 UhrAnmeldung erforderlich
Sprache: Englisch und Deutsch, inklusive Diskussion/Fragerunde

Exklusive Ausstellungsführung von Katharina Sipple durch das Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit mit Fokus auf ukrainische Opfer.
6.
Mai
EN
Podiumsgespräch „Haus-Geschichten #2: Zwangsarbeit und Erinnerungskultur in den Sophiensælen"
18:30 UhrSophiensæle, Festsaal-FoyerKeine Anmeldung
Zeit: 18:15 Uhr Einlass | 18:30 Uhr Beginn
Ort: Sophiensæle, Festsaal-Foyer, Berlin
Sprache: Englisch · Keine Anmeldung erforderlich

Über die Veranstaltung: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Sophien-Säle ein Ort für Bildung, Kultur und politische Versammlungen – eng verbunden mit der Geschichte von Arbeiterinnenbewegungen. In der NS-Zeit befand sich hier ein Lager für Zwangsarbeiterinnen, viele von ihnen aus den von Deutschland besetzten Gebieten Osteuropas, insbesondere aus der Ukraine. Die Veranstaltung umfasst die Präsentation einer permanenten Installation, die von eingeladenen Künstlerinnen auf Einladung der Sophiensæle geschaffen wurde, um der Zwangsarbeiter*innen zu gedenken, die in diesem Raum gefangen gehalten wurden.

Zentrale Fragen: Wie wird der Geschichte der Zwangsarbeit in den Sophiensælen heute gedacht? Welche Verbindungen gibt es zwischen historischen und gegenwärtigen Fragen der Erinnerung? Wie können vergessene Opfer sichtbar gemacht werden?

In Kooperation mit der Ukrainian Memory Week von Vitsche e.V.
Speakers
Lisa Schank
Historikerin, Spezialistin NS-Zwangsarbeit, ehem. Gedenkstätte Buchenwald und Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit — Geschichte der NS-Zwangsarbeit in den Sophiensælen
Vanessa Amoah Opoku
Deutsch-ghanaische interdisziplinäre Künstlerin — Marginalisierte Narrative durch gemischte Realitäten
Yeva Yakubovska
Vitsche e.V. — Ukrainische Perspektive auf Erinnerung
Moderation
Stefanie Hauser & Elias Capelle
Sophiensæle
7.
Mai
EN
Erinnerung an den Genozid an den Roma und die Kultur in der Ukraine
16:00 UhrOnlineAnmeldung erforderlich
Zeit: 16:00 Uhr Beginn
Ort: Online
Sprache: wird ergänzt

Anmeldung: Link folgt

Über die Veranstaltung: Dieses Online-Event beleuchtet die Geschichte, Erinnerung und zeitgenössische Bedeutung des Genozids an den Roma in der Ukraine im Kontext der europäischen Gedenkkultur. Die Diskussion verbindet oft übersehene Verfolgungsgeschichten während des Zweiten Weltkriegs mit Reflexionen darüber, wie diese Erfahrungen heute erinnert – oder marginalisiert – werden. Gleichzeitig hebt die Veranstaltung den Reichtum und die Vielfalt der Roma-Kultur in der Ukraine hervor.

Zentrale Fragen: Wie werden Roma-Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs in der europäischen Gedenkkultur marginalisiert? Welche Rolle spielen Sichtbarkeit, Anerkennung und Repräsentation? Wie können kulturelle Initiativen zu einer gerechteren Erinnerungslandschaft beitragen?

Die Veranstaltung verbindet historische Reflexion mit gegenwärtigen Perspektiven und fördert ein inklusiveres Verständnis der Vergangenheit.

In Kooperation mit ERIAC (European Roma Institute for Arts and Culture) und AURA (Ukrainian Roma Advocacy Alliance).
Speakers
Natali Tomenko
Forscherin, Koordinatorin Geschichte & Erinnerung bei ERIAC, Mitbegründerin AURA — Historische Perspektiven und kulturelles Erbe
Petro Rusanienko
Schauspieler & Regisseur, Community Coordinator ERIAC, Vorstand European Film Academy — Kulturelle Ausdrucksformen und zeitgenössische Perspektiven
Moderation
wird ergänzt
7.
Mai
EN
Buchgespräch „Transit Culture and Postcolonial Trauma"
18:30 UhrPilecki-Institut BerlinKeine Anmeldung · Freier Eintritt
Zeit: 18:00 Uhr Einlass | 18:30 Uhr Beginn
Ort: Pilecki-Institut Berlin
Sprache: Englisch · Keine Anmeldung erforderlich

Über die Veranstaltung: Dieses Buch untersucht das postsowjetische kulturelle Bewusstsein in der Ukraine zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Im Fokus stehen postkoloniale Traumata im Verhältnis zu vergangenen Imperien, posttotalitäres Bewusstsein mit soziokulturellen Brüchen und Postmemory als Mittel zur Überwindung historischer und familiärer Traumata. Vor dem Hintergrund der Tschornobyl-Katastrophe untersucht das Buch das Aufeinandertreffen verschiedener Generationen und den Übergang von der sowjetischen zur postsowjetischen Welt.

Zentrale Fragen: Wie manifestieren sich postkoloniale Traumata im ukrainischen kulturellen Bewusstsein? Welche Rolle spielt Postmemory bei der Überwindung historischer Brüche? Wie reflektieren ukrainische Autor*innen den Übergang zwischen sowjetischer und postsowjetischer Identität?

Das Buch analysiert drei bedeutende ukrainische Romane zwischen den beiden Maidans: „Das Museum der vergessenen Geheimnisse" von Oksana Zabuzhko (2009), „Voroshilovgrad" von Serhiy Zhadan (2010) und „Aufzeichnungen eines ukrainischen Verrückten" von Lina Kostenko (2010).
Speakers
Dr. Tamara Hundorova
Autorin — Vorstellung des Buches
Dr. Matthias Schwartz
Leibniz-Zentrum für Literatur und Kulturforschung, ZfL — Wissenschaftliche Perspektive
Kateryna Mishchenko
Ukrainische Schriftstellerin, Kuratorin & Verlegerin — Zeitgenössischer literarischer Kontext
Moderation
Yeva Yakubovska
Vitsche e.V.
8.
Mai
DE/UA
▶ Performativer Gedenkmarsch „Ukraine in Erinnerung"
18:30–19:30 UhrFriedrichstraße → BundestagGedenkmarschKeine Anmeldung
Zeit: 18:30–19:30 Uhr
Ort: S-Bahnhof Friedrichstraße → Bundestag, Berlin
Sprache: wird ergänzt

Anmeldung: Link folgt · Freier Eintritt

Über die Veranstaltung: Am 8. Mai marschieren wir durch Berlin, um eine längst überfällige Forderung an den Deutschen Bundestag zu richten: Deutschland muss einen Erinnerungsort schaffen, der der Erfahrung der Ukraine im Zweiten Weltkrieg gewidmet ist. Zwischen 8 und 10 Millionen Ukrainerinnen starben während des Zweiten Weltkriegs – als Zivilisten, Soldaten, Zwangsarbeiterinnen, Opfer stalinistischer Repression und Angehörige der jüdischen und Roma-Gemeinschaften. Dennoch gibt es in der deutschen Erinnerungskultur keine offizielle Anerkennung ihres Leids.

Programm:
  • Marsch vom S-Bahnhof Friedrichstraße zum Bundestag
  • Performative Darbietung des Holosinnya – einer traditionellen ukrainischen Form der rituellen Klage
  • Gedenken an die Millionen ukrainischen Opfer des Zweiten Weltkriegs
  • Forderung nach einem ukrainischen Erinnerungsort in Deutschland
Zentrale Fragen: Warum gibt es in Deutschland keinen offiziellen Erinnerungsort für ukrainische WWII-Opfer? Wie wurde die ukrainische Subjektivität 81 Jahre lang vom sowjetischen Regime ausgelöscht? Wie kann die deutsche Erinnerungskultur pluraler werden?

Symbolik: Vor 81 Jahren hissten Soldaten – darunter auch Ukrainer*innen – die Siegesflagge über dem Reichstag. Ihnen wurde das Recht verwehrt, für ihre eigene unabhängige Nation zu kämpfen. Wir vollziehen ihren Weg nach, um sie zu ehren und die ukrainische Subjektivität zurückzufordern.

Bitte tragt schwarze Kleidung – als Zeichen der Trauer und historischen Reflexion.
9.
Mai
UA/EN
Exklusive Führung — Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit
11:00–13:00 UhrAnmeldung erforderlich
Sprache: Ukrainisch und Englisch, inklusive Diskussion/Fragerunde

Exklusive Ausstellungsführung von Katharina Sipple durch das Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit.

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