„Flucht“ ist eine Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Sie zeigt Geflüchtete, die nach russlands Angriff auf die Ukraine ihre Heimat verlassen mussten. Es werden Ukrainer*innen und Russ*innen gezeigt. Das klingt zunächst empathisch – ist aber nicht wertneutral.
„Es geht um ukrainische Kriegsflüchtlinge und russische Emigrant*innen. Beide konnten nicht mehr in ihrer Heimat bleiben.“ „Wir wollten ihr Trauma mit Empathie zeigen und ihre Würde bewahren.“
Warum ist dieses Framing problematisch?
Ukrainer*innen und russ*innen als gleichermaßen Vertriebene darzustellen,
schafft eine falsche moralische Gleichsetzung zwischen realen Kriegsopfer und Menschen, die aus dem Land stammen, welches den Angriff gestartet hat. Es ersetzt Wahrheit durch Bequemlichkeit – und Gerechtigkeit durch Ästhetik.
Wovor Ukrainer*innen fliehen – und wovor russ*innen fliehen
Ein solches Framing verzerrt die Machtverhältnisse dieses Krieges.
Es suggeriert, all diese Menschen seien vor vergleichbaren Gefahren geflohen – doch das stimmt nicht.
Ukrainer*innen fliehen vor Invasion, Besatzung, Massenmorden und der Zerstörung des zivilen Lebens. russ*innen fliehen vor Einberufung, Sanktionen oder dem Unbehagen mit ihrem eigenen Regime.
„Empathie“ ohne Verantwortung ist Vermeidung
Wie eine Kuratorin sagte: „Es geht darum, das Trauma mit Empathie zu zeigen.“
Doch Empathie, die Verantwortung ausblendet, ist keine Empathie – sie ist Verdrängung.
Wenn Kunst Opfer und Bürger*innen des Aggressorstaat gleich behandelt, entpolitisiert sie Gewalt und fördert die Ästhetik des Unrechts.
„Russlands Opferdiskurs ist Teil des Verbrechens.“— Timothy Snyder
Viele russische „Geflüchtete“ haben den Krieg nie öffentlich verurteilt, um sich stets eine Rückkehr, auch in das Regime, offenzuhalten. Manche wiederholen außerdem weiter imperiale Narrative über die Nachbarstaaten. Sie als unschuldige Opfer darzustellen, verschleiert Mitverantwortung, nicht Widerstand. So wird russlands Rolle als Aggressor abgeschwächt – und ukrainische Forderungen nach Aufklärung und Gerechtigkeit untergraben.
Wenn „gemeinsames Leid“ Gerechtigkeit zum Schweigen bringt
Solche Projekte verwischen das ukrainische Leid.
Sie verwandeln eine brutale Invasion in eine vermeintlich gemeinsame humanitäre Tragödie.
„Alle Geflüchteten leiden“ klingt mitfühlend – doch in diesem Krieg ist es eine Form moralischer Blindheit. Es verwischt Verantwortung, setzt Schuld gleich und lässt die Grenze zwischen Täter und Opfer verschwimmen.
Wessen Geschichten stehen im Mittelpunkt?
russische Stimmen bleiben im Zentrum, ukrainische am Rand. Die alten Hierarchien bestehen fort – das ist keine Dekolonisierung.
Kunst ist niemals neutral
Schon gar nicht im Krieg. Die Entscheidung, Opfer und Täter zusammen darzustellen, ist kein Zeichen des Friedens – sondern ein Akt der Entpolitisierung. Sie stellt Bequemlichkeit über Gerechtigkeit, Versöhnung über Widerstand, und Schweigen über Wahrheit.
Echte Empathie beginnt mit Wahrheit
Wir rufen kulturelle Institutionen und Kurator*innen dazu auf:
— Ukrainische Stimmen und Handlungsmacht zu priorisieren
— russische Verantwortung zu benennen
— Das Framing einer „geteilten Tragödie“ zu vermeiden
— Die Asymmetrie – militärisch, politisch und moralisch – sichtbar zu machen
Denn Kunst hat Macht. Und Macht bedeutet Verantwortung.
📅 24.08.2025
🕓 16:00–18:00 Uhr
📍 Blaue Kirche (Breitscheidplatz) → Brandenburger Tor
Auch in diesem Jahr gehen wir wieder auf die Straßen Berlins – nicht nur, um zu feiern, sondern auch, um uns zu erinnern.
Um uns daran zu erinnern, dass die Unabhängigkeit kein Geschenk war – wir haben sie wiederhergestellt. Und seit 1991 mussten wir sie immer wieder verteidigen – durch Revolutionen, Widerstand und Krieg.
Die diesjährige Demonstration steht unter dem Motto „Die Zukunft braucht Erinnerung“ – denn wir wissen:
❗️ Erinnerung hilft, die Wiederholung vergangener Fehler zu verhindern.
❗️ Erinnerung widersteht kolonialer Auslöschung und Propaganda.
❗️ Erinnerung ist Teil unserer nationalen Identität
❗️ Ohne Erinnerung an den Weg, den wir gegangen sind, kann es keine freie Zukunft geben
Unser Marsch wird dringende Forderungen stellen:
Die Rückkehr von über 200.000 ukrainischen Zivilisten – darunter Tausende von Kindern –, die illegal nach Russland deportiert wurden.
Die Freilassung der ukrainischen Kriegsgefangenen, die noch immer in russischer Gefangenschaft sind.
Die Fortsetzung der internationalen Partner- und Verteidigungsunterstützung zur Wahrung der Souveränität der Ukraine
Die Anerkennung, dass der Kampf der Ukraine ein europäischer Kampf ist – für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Die Ehrung derer, die ihr Leben geopfert haben, Angehörige verloren haben und unter dem russischen Angriffskrieg gelitten haben.
Ihre Anwesenheit wird zeigen, dass die Verteidiger der Demokratie weltweit vereint sind, um die Souveränität der Ukraine und das Recht ihres Volkes auf ein Leben in Frieden zu unterstützen.
📌 Wenn Sie eine Organisation vertreten und mit einer eigenen Kolonne an der Demonstration teilnehmen möchten, füllen Sie bitte das Formular aus: https://forms.gle/UB3fXEHhp1xb5upN8
Am 22. Juli 2025 hat das ukrainische Parlament das Gesetz Nr. 12414 verabschiedet, das die wichtigsten Antikorruptionsbehörden der Kontrolle des Generalstaatsanwaltes unterstellt.
Einfach erklärt:
Das NABU (Nationales Antikorruptionsbüro der Ukraine) und die SAPO (Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft) waren bisher unabhängig — sie untersuchten Korruption in der Regierung, auch im Umfeld des Präsidenten.
Künftig wird ihre Arbeit von einer Struktur kontrolliert, die dem Generalstaatsanwalt unterstellt ist — und dieser wird vom Präsidenten ernannt. Das heißt: Die Ermittler müssen jetzt jenen Rechenschaft ablegen, die sie eigentlich untersuchen sollen.
Das untergräbt die unabhängige Aufsicht, die seit der Revolution der Würde 2014 aufgebaut wurde, und verstößt gegen die EU-Beitrittskriterien.
Wie reagieren die Ukrainer:innen?
Diese Entscheidung hat die größten Proteste seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 ausgelöst. Bürger:innen, Veteranengruppen, Aktivist:innen, Journalist:innen und Jurist:innen gingen in Kyjiw, Lwiw, Dnipro und Odesa auf die Straße.
Die Menschen forderten den Präsidenten auf, das Gesetz nicht zu unterzeichnen, um die Unabhängigkeit der Antikorruptionskontrolle zu bewahren. Sie demonstrieren für ihr Land – um den demokratischen Weg und das internationale Vertrauen zu schützen.
Am Abend des 22. Juli unterzeichnete Präsident Selenskyj dennoch das Gesetz Nr. 12414 – trotz des öffentlichen Drucks durch die Proteste.
Wie könnte russland das ausnutzen?
Innere politische Krisen sind idealer Treibstoff für russische Propaganda.
Durch Desinformation, Fake-Narrative und gezielte Manipulation versucht der Kreml, die westliche Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.
Doch das trifft nicht die Regierung, sondern die Fähigkeit der Ukraine, sich gegen den russischen Angriff zu verteidigen.
Was können wir tun?
Ukrainer:innen sind enttäuscht von diesem Gesetz, gehen auf die Straße und leisten Widerstand. Gerade jetzt geht es darum, die Ukraine zu unterstützen. Denn weniger Unterstützung trifft nicht “die da oben”, sondern die Menschen, die jeden Tag kämpfen — an der Front, in Kliniken, in zerstörten Städten. Stellt euch an die Seite der Ukraine — aus Loyalität gegenüber denen, die mutig für Demokratie und Freiheit einstehen.
Die Ukraine braucht uns – und sie braucht uns jetzt. Vor allem die Verteidigungskräfte stehen vor enormen Herausforderungen, um das Land und seine Menschen zu schützen.
Unterstützt verlässliche Hilfsfonds oder Einheiten direkt – damit lebenswichtige Ausrüstung ankommt, wo sie gebraucht wird.
Was jetzt notwendig ist:
Gemeinsam mit GZA Europe organisieren wir erneut eine Demonstration gegen den Auftritt von Anna Netrebko beim Classic Open Air Festival in Berlin.
📅 21. Juli, 18:00–21:00 Uhr
📍 Gendarmenmarkt, Berlin
Dieses Mal bereiten wir etwas Besonderes vor.
Wir wollen allen zeigen, die zu diesem Konzert kommen: Es ist beschämend, einer Unterstützerin Putins eine Bühne zu bieten. Deshalb ist es wichtig, dass wir die gesamte Zeit sichtbar bleiben.
– 2010: Auftritt im Kleid mit der Aufschrift „Nach Berlin!“ und dem St.-Georgs-Band – heute Symbole russischer Kriegspropaganda.
– 2012: Im Jahr 2012 sprach sie sich für die „Wahl“ Wladimir Putins zum russischen Präsidenten aus.
– 2014: Spende von 1 Mio. Rubel an Separatisten in Donezk. Posierte mit der Flagge von „Noworossija“ – Symbol der russischen Besatzung.
– 2021: Geburtstag im Kreml, persönliche Grüße von Putin.
– Seit 2007 ist Netrebko Patin eines SOS-Kinderdorfs in Tomilino bei Moskau.
2022 wurden genau dorthin ukrainische Kinder deportiert – Kinder, die gewaltsam aus ihrem Land verschleppt und für russische Propaganda genutzt wurden.
Netrebko hat sich dazu nie geäußert und ihre Patenschaft bis heute nicht beendet – obwohl die Verschleppung von Kindern laut Genozid-Konvention (1948) als klarer Tatbestand des Völkermords gilt.
– Bis heute: Keine klare Distanzierung. Kein Wort zum Aggressor. Stattdessen Klagen über „Russophobie“.
Wir haben erneut einen offenen Brief an die Berliner Verantwortlichen geschickt – adressiert an das Rote Rathaus, das Classic Open Air Festival am Gendarmenmarkt, die DEAG Classics AG sowie die Plattform VisitBerlin.de. Eine Antwort steht bislang aus.
Bereits 2023 hatten wir anlässlich von Anna Netrebkos erstem Auftritt in Berlin nach Beginn der russischen Vollinvasion einen offenen Brief verfasst.
Der Brief wurde von zahlreichen Organisationen und renommierten Persönlichkeiten unterzeichnet – darunter Timothy Snyder, Oleksandra Matviichuk und viele mehr.
📄 Den vollständigen Text des aktuellen offenen Briefs findet ihr im angehängten Dokument.
OFFENER BRIEF 3_ Keine Bühne für Anna Netrebko!
🙏 Danke an alle, die unsere Arbeit unterstützen – eure Solidarität trägt unsere Proteste, Recherchen und Aktionen. Wenn ihr könnt, helft uns mit einer Spende, damit wir weiter laut und sichtbar bleiben können: https://vitsche.org/donate/
Vitsche fordert nochmals mit Nachdruck die sofortige Schließung des weiterhin betriebenen „russischen Hauses“ in der Berliner Friedrichstraße. Es ist inakzeptabel, dass diese Einrichtung als direkter Arm des vom Kreml gesteuerten Propagandanetzwerks weiterhin ungehindert im Zentrum der deutschen Hauptstadt operieren kann. Während russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine fortsetzt, dient dieses Gebäude als ideologische, politische und logistische Plattform für die subversiven Ziele des Kremls.
Keine öffentliche Finanzierung für Kreml-Softpower
Obwohl Rossotrudnichestvo – die russische Staatsagentur, die das russische Haus betreibt – seit 2022 auf der EU-Sanktionsliste steht, wird die Einrichtung in Deutschland weiterhin indirekt finanziert. Die Bundesregierung zahlt weiter jährlich Grundsteuer für das Gebäude – zuletzt 70.000 Euro aus öffentlichen Mitteln. Währenddessen fliegen russische Raketen auf ukrainische Städte und Dörfer und zerstören das Land. Das ist die russische Kultur, welche die Ukraine jeden Tag erfährt. Sie zu tolerieren gefährdet auch die deutsche und europäische Sicherheit.
Ein Zentrum der Propaganda, nicht der Kultur
Die EU hat Rossotrudnichestvo als Netzwerk von Einflussagenten identifiziert. Das russische Haus „vermittelt“ keine Kultur – es verharmlost Kriegsverbrechen, legitimiert imperiale Narrative und fördert rechte und pro-russische Aktivisten in Deutschland. Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft, der Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung und zahlreicher Journalist:innen zeigen ein Netzwerk aus sanktionierten Akteuren, Extremisten und russischen Geheimdienstler:innen, das von diesem Gebäude aus operiert.
Das russische Haus hat wiederholt gegen Sanktionen verstoßen, indem es Einnahmen aus Sprachkursen, Workshops, Filmvorführungen und Gastronomie erzielt hat. Diese Vorgänge sind keine Einzelfälle – sie sind andauernde, eklatante Verstöße gegen EU-Recht. Besucher:innen können einfach hereinkommen, bar bezahlen und an einem vollen Veranstaltungsprogramm teilnehmen – während Berliner Behörden tatenlos zusehen.
Deutschlands stillschweigende Rückkehr zur kulturellen Diplomatie mit russland
Während in Deutschland die neue Regierung noch über die Verhängung und Durchsetzung weiterer Sanktionen debattiert wird, nimmt das Goethe-Institut mit Zustimmung des Auswärtige Amts wieder kulturelle Programme in russland auf. Nachdem 2022 viele Aktivitäten eingefroren wurden, werden nun wieder Mobilitätsstipendien, Ausstellungen und Künstler:innen-Austausche angeboten – finanziert von deutschen Steuerzahler:innen.
Ein aktueller Open Call des Goethe-Instituts, in Anlehnung an Caspar David Friedrich, spricht vage von „bewaffneten Konflikten“ und „Migrationsbewegungen“, ohne russland als Aggressor zu benennen. Diese Sprache spiegelt Kreml-Desinformation wider, die die Verantwortung auf eine diffuse „globale Instabilität“ schiebt – und den russischen Angriffskrieg entpolitisiert.
In der Arbuzz Gallery in Moskau werden öffentlich finanzierte Ausstellungen gezeigt, in denen sowjetische Symbole, rote Sterne und militaristische Bilder als vermeintlich harmloses „Erbe“ inszeniert werden – während das russische Militär ukrainische Städte zerstört. Dieses ästhetische Reinwaschen imperialer Gewalt ist ethisch nicht vertretbar.
Wir fordern die Bundesregierung auf, alle rechtlichen Mittel zur Schließung des russischen Hauses zu nutzen
Wir fordern die Bundesregierung, das Auswärtige Amt, den Berliner Senat und das Bundesfinanzministerium auf, sämtliche verfügbaren rechtlichen Instrumente nach zu nutzen, um das russische Haus zu schließen. Zudem möchten wir unsere öffentliche Einladung an die Vertreterin bzw. den Vertreter des Auswärtigen Amtes für ein öffentliches Interview während unserer Demonstration am 25. Juni aussprechen. Es ist Zeit zu reden.
Wir brauchen einen rechtlichen Präzedenzfall: Die Durchsetzung von Sanktionen umfasst das Verbot der Einnahmenerzielung und der kommerziellen Nutzung eingefrorener Vermögenswerte. Das Gebäude ist kein neutraler Ort – es ist der Berliner Hauptsitz einer sanktionierten staatlichen Agentur unter direkter Kontrolle des russischen Außenministeriums. Damit erfüllt es die Voraussetzungen für eine Vermögenssperre und Betriebsschließung nach geltendem EU-Recht.
Unsere Forderungen:
Keine Kultur-Diplomatie, während Kriegsverbrechen begangen werden
Keine Euphemismen mehr. Keine Neutralität, die sich als Friedensarbeit tarnt. Deutschland darf keine russische Propaganda finanzieren, auch nicht indirekt – weder in Berlin, noch in Moskau oder anderswo.
Vom 12. Juni bis zum 31. Juli laden wir jeden Donnerstag zu einer Reihe intimer Vorträge und Gespräche ein. Es geht um die Ukraine — durch die Linse von Erinnerung, Musik, Identität und Geopolitik.
Diese Donnerstagabende laden ein zum Nachdenken, zum Dialog und zur Begegnung — bei einem Glas Wein und offenem Mindset im gemütlichen Berliner Stadtteil Wedding.
Unsere Gäste — Wissenschaftlerinnen, Intellektuelle, Musikerinnen und Autor*innen — sprechen über das, was die Ukraine heute prägt und Europa verändert.
Beginn: 18:30 Uhr
Ort: Berlin, Wedding
Die genaue Adresse erhalten Sie nach der Anmeldung: Link für die Anmeldung
Eintritt gegen Spende (ab 7 € – ein Glas Wein inklusive)
Begrenzte Plätze – Anmeldung erforderlich
Sprache der Abende: Deutsch und Englisch
Das Programm:
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Juni 12 | 18:30 Prof. Dr. Yulia Shtaltovna |
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Professorin für internationales und interkulturelles Management und Studiendekanin des IBM-Studiengangs an der Hochschule Fresenius in Berlin. |
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Was die Welt von der Ukraine lernen kann In diesem Vortrag reflektiert Prof. Dr. Yulia Shtaltovna darüber, wie die ukrainische Gesellschaft angesichts des umfassenden Krieges eine bemerkenswerte Resilienz, Selbstorganisation und Anpassungsfähigkeit gezeigt hat – Qualitäten, die wichtige Lektionen für den Rest der Welt bereithalten. Auf Grundlage ihres kürzlich gemeinsam mit Valerii Pekar verfassten Artikels für New Eastern Europe zeigt sie auf, wie Ukrainerinnen und Ukrainer Krisen in Chancen für Einheit, Wachstum und zivilgesellschaftliche Stärke verwandeln – und wie diese Strategien auch andere Gesellschaften in Zeiten des Umbruchs inspirieren könnten. Der Abend findet in englischer Sprache statt. |
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Juni 26 | 18:30 Nikolai Klimeniouk |
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Journalist |
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Jenseits der Propaganda: Wie russische Influencer und Regimekritiker dem Kreml in die Hände spielen Während die russische Propaganda und ihre Verbündeten in westlicher Politik und Medien behaupten, der Krieg russlands gegen die Ukraine sei vor allem die Schuld des Westens und präsentieren russland als sicherheitsbedacht und friedenswillig, bestärken selbst Regimekritiker das Narrativ, indem sie es als allmächtig, stabil, aber unberechenbar und kompromisslos darstellen. Die Vorstellung, dass putins Regime in erster Linie auf Machterhalt und finanziellen Gewinn ausgerichtet ist und nicht auf breite gesellschaftliche Unterstützung zählt, entspricht zwar nicht der offiziellen Kreml-Erzählung – ist jedoch nützlich, da sie zu Verhandlungen und Kompromissen anregt. Der Abend findet in englischer Sprache statt. |
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Juli 03 | 18:30 Prof. Andrii Portnov |
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Professor für Verwickelte Geschichte der Ukraine an der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder) |
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Deutschland und die Ukraine – Gibt es Chancen für mehr Verständnis und echte Partnerschaft? In diesem aufschlussreichen Vortrag beleuchtet der Historiker und Intellektuelle Prof. Andrii Portnov die komplexen Beziehungen zwischen der Ukraine und Deutschland – in Vergangenheit und Gegenwart. Warum halten gegenseitige Missverständnisse trotz gemeinsamer Interessen an? Welche historischen und politischen blinden Flecken stehen einem gleichberechtigten und offenen Dialog im Weg? Und welche Schritte sind notwendig, um im Kontext von Krieg, europäischer Integration und Erinnerungspolitik eine echte Partnerschaft aufzubauen? Prof. Andrii Portnov teilt dabei seine Erfahrungen aus zehn Jahren akademischer und zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Deutschland. Der Abend findet in englischer Sprache statt. |
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Juli 10 | 18:30 Yuriy Gurzhy |
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Musiker, Komponist, DJ und Autor |
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An aquarium full of keys. Kharkiv and the pictures of my father Im Herbst 2025 erscheint bei der Edition Frölich sein zweites Buch: „Ein Aquarium voller Schlüssel. Charkiw und die Bilder meines Vaters“ – eine Sammlung von Kurzgeschichten über seine jüngsten Reisen in die Heimat, begleitet von Fotografien aus dem Archiv seines Vaters, Alexander Gurzhy. An diesem Abend liest Gurzhy aus dem entstehenden Werk, zeigt ausgewählte Bilder – und wird möglicherweise auch musikalische Akzente setzen. Der Abend findet in deutscher Sprache statt. |
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Juli 17 | 18:30 Dr. Stefanie Eisenhuth |
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Postdoktorandin und Professorin an der Universität Greifswald sowie Forschungsstipendiatin der Gerda Henkel Stiftung. |
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Deutsche „Aufarbeitung“: Mythen, Herausforderungen und ihre politische Wirkung An diesem Abend geht es um den komplexen Prozess der Aufarbeitung – Deutschlands Auseinandersetzung mit seiner NS-Vergangenheit – in Ost- und Westdeutschland nach 1945. Ein einführender Vortrag skizziert, wie beide deutsche Staaten sich dieser Geschichte stellten – oder ihr auswichen. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf blinden Flecken der deutschen Erinnerungskultur: Warum und wie wurden die Erfahrungen Ost- und Mitteleuropas marginalisiert? Vor dem Hintergrund von russlands Krieg gegen die Ukraine wird diskutiert, wie diese Erinnerungslücken öffentliche Haltungen und politische Reaktionen auf die aktuelle Aggression prägen. Der Abend findet in englischer Sprache statt. |
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Juli 24 Ostap Sereda |
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Wird noch bestätigt |
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Juli 31 Viktoria Sereda |
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Wird noch bestätigt |
Ja, Die Demonstration findet zum dritten Mal statt, da Anna Netrebko erneut an die Berliner Staatsoper eingeladen wurde. Diesmal haben wir uns entschieden, es anders zu machen, um deutlich zu zeigen, was die von Frau Netrebko unterstützte “russkij mir” wirklich bedeutet.
Aus unerklärlichen Gründen lädt die Berliner Staatsoper zum dritten Mal eine zynische Putin-Unterstützerin auf ihre Bühne ein.
Wir wollen es nicht hinnehmen, dass Anna Netrebko 2014 die russische Besetzung der Krym sowie der Regionen Donezk und Luhansk unterstützt hat und bis heute ihre Fehler nicht einsieht und weiter ungestört auftreten darf. Anna Netrebko ist ein Beispiel für russlands Soft-Power, welche Kultur nutzt, um Propaganda und Desinformation im Deckmantel der “Hochkultur” einzustreuen. Bislang hat sie sich nicht klar von ihrer langjährigen Unterstützung des russischen Präsidenten distanziert. Durch ihre öffentliche Unterstützung putins hat sie die Besetzung ukrainischer Gebiete seit 2014 legitimiert und so zur Eskalation der Situation und zum Ausbruch der Vollinvasion beigetragen. In ihrer Erklärung gegen den russischen Krieg in der Ukraine hat sie den Aggressor nicht einmal erwähnt und stattdessen ihre Liebe zu russland betont.
Am 15. Mai wollen wir zeigen, was diese Liebe bedeutet. russlands Liebe spürt man, wenn es doppelte Raketenschläge durchführt, um die eingetroffenen Rettungskräfte zu töten. Genau das passiert mit dem kleinen Krankenwagen namens Barwinka. Er kommt aus Derhatschi, einem kleinen ukrainischen Ort in der Region Charkiw. Am 12.03.2022 wurde er während der Fahrt zum Einsatz beschossen.
Gemeinsam mit Fellas4Europe bringen wir Barwinka für die Protestaktion am 15. Mai um 18:30 Uhr nach Berlin.
👉 15. Mai, 18:30 Uhr
📍Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Kommt zahlreich mit euren Stimmen, aber auch mit Postern, um deutlich zeigen, welche Nebeneffekte russische Propaganda auf Berlins Bühnen hat.
Wenn Besucher*innen der Netrebko-Oper die Augen vor russischen Kriegsverbrechen verschließen, bringen wir sie zu ihnen.
Unser Statement zur Notwendigkeit eines ukrainischen Erinnerungsortes — und zur Bedeutung historischer Wahrheit.
Im Zweiten Weltkrieg starben über 10 Millionen Menschen aus der Ukraine — als Zivilistinnen unter dem Terror der Nazis, als Opfer kommunistischer Repressionen, als Soldatinnen der Roten Armee, als Zwangsarbeiterinnen im nationalsozialistischen Deutschland oder als Angehörige jüdischer oder Roma-Gemeinschaften. Die Ukraine war einer der Orte mit den schwersten menschlichen Verlusten in Europa — und doch bleiben ihr Ausmaß und ihre Geschichten in der deutschen Erinnerungskultur unsichtbar.
Die Sowjet-Erzählung löschte die Ukraine aus
Die sowjetische Erinnerung an den „Sieg“ erkannte das besondere Leid der Ukraine nie an. Alle Opfer wurden als sowjetische Bürger*innen gezählt, nationale Identitäten wurden ausgelöscht. Individuelle Schicksale und Erinnerungen verschwanden — der sowjetische Staat feierte Heldentum, aber das Leiden von Millionen blieb unbeachtet.
Deutschland übernimmt eine russisch-zentrierte Sicht
In der Nachkriegszeit errichteten die kommunistischen Machthaber in der sowjetischen Besatzungszone große Denkmäler zum Triumph der Roten Armee. Diese Denkmäler stellen die Sowjetunion als ein einziges Volk dar — viele Deutsche nahmen (und nehmen) sie vor allem als russisch wahr.
Bis heute gibt es kein Denkmal oder sichtbares Zeichen für die Ukrainer*innen. Keine Erwähnung der ukrainischen oder anderer Verluste innerhalb der Sowjetunion.
Das Schweigen im Westen
In Westdeutschland konzentrierte sich die Erinnerung auf die deutsche Besatzung Westeuropas und die Verbrechen der Shoah — während die Erfahrungen des Vernichtungskrieges in Osteuropa, einschließlich der Ukraine, weitgehend hinter dem Eisernen Vorhang unsichtbar und unbeachtet blieben.
Warum das heute wichtig ist
Mythen aus dem Zweiten Weltkrieg leben bis heute weiter. Russland nutzt sie, um neue Kriege zu rechtfertigen — auch den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Solange die Erfahrungen und das Leid der Ukraine und vieler anderer Nationen im Zweiten Weltkrieg nicht anerkannt werden, wirken sowjetisch-imperiale Narrative weiter in die Gegenwart hinein.
Große Teile der kulturellen, wirtschaftlichen und demografischen Grundlagen der Ukraine wurden zerstört. Diese Folgen — und die darauffolgende sowjetische Politik der Russifizierung — sind bis heute spürbar.
Geschichte wird als Waffe eingesetzt.
Durch das Leugnen des ukrainischen Leidens im Zweiten Weltkrieg versucht der heutige Aggressor, der Ukraine ihr Existenzrecht abzusprechen. Eine moderne Erinnerungskultur muss dem entgegentreten — und darf alte Lücken nicht wiederholen.
Deshalb starten wir die Kampagne: „Ukraine im Gedächtnis.“
In den kommenden Wochen werden wir vergessene Geschichten teilen, öffentliche Vorträge organisieren und einen Gedenkmarsch in Berlin veranstalten.
Unser Ziel: die Kriegserfahrungen der Ukraine sichtbar zu machen.
Wir fordern einen ukrainischen Erinnerungsort in Berlin: um der Toten zu gedenken, Geschichten zu erzählen, ein vollständigeres Bild zu zeigen — und um die Instrumentalisierung von Erinnerung zu verhindern.